Hallo
bei den Überprägungen ist nicht klar was da damals gemacht wurde und wie das überhaupt funktionieren konnte, es betrifft meiner Meinung nach nur Prägungen mit Walze (Herinek 483, Herinek 485 und auch die Kopplung 483 mit 485 ist stark betroffen)
mit der Zuweisung der Walzen und welches der 3 Versionen eine Taschenwerkprägung sein könnte, da bin ich jetzt weiter gekommen
es hat bei den 1/2 Talern von Karl VI o.J. lt. M./T. nur 2 Walzen gegeben und halt einen Taschenwerkstempel (gefertigt 1714)
durch den Umstand dass ich in den Archiven eine Übergangsmünze mit Walze 2 (avers) und der Walze 1 (revers) gefunden habe, lassen sich auch anhand der Münzbilder die dazugehörigen fehlenden Walzen bestimmen (Averswalze 1 und Reverswalze 2)
übrig bleibt dann nur mehr Herinek 484, die Münzbilder haben da auch kleinere Fehler (Warzen avers und revers) in den freien Flächen welche in jedem Münzbild vorkommen (aber nur immer miteinander und niemals mit den anderen Walzen)
anhand der Ausführungen von Volker Benad Wagenhoff zeigen Taschenwerkprägungen stärkere ovale Auswalzungen (siehe Bild unten)
und tatsächlich sind im Münzbild Herinek 484 starke ovale Abweichungen vorhanden welche bei den vermutlich mit Walzen geprägten Münzbilden nur minimal vorhanden sind (die Walzen wurden ja in Hall dementsprechend graviert damit die Münzbilder danach halbwegs rund waren)
anhand kreisrunder Papierschablonen (siehe Bild unten) sieht man deutlich Unterschiede in Bezug zum inneren Riffelrand (Herinek 484 stark oval) die Aussenkante ist ja kein brauchbarer Anhaltspunkt da je nach Durchstossvorrichtung die Münzen immer aussen unterschiedlich rund gestanzt sind (bei schrägem Ansatz vom Stanzeisen mehr oval) und es ist auch nicht klar ob beim Taschenprägeversuch beim Halbtaler ein Schrötling oder Zainstreifen verwendet wurde, das kann man aber ev. klären wenn ich eine solche Münze real untersuchen kann
die zeitliche Bestimmung der Walze 1 und 2 ist anhand einiger Details relativ klar, da es einen zeitgleich gefertigten Taler (Jg.1714) mit mehreren übeinstimmenden Merkmalen gibt
Herinek 483 ist verm. Walze 1 da mehrere Übereinstimmungen zum Taler 1714 bestehen
gleicher Lorbeerkranz, gleiche Bänderschleife bei der Krone, kleine Adlerdarstellung mit umlaufender Schrift, kleine Turmfenster
Herinek 484 ist verm. der Taschenwerkstempel
einige Änderungen sind gleich wie bei der Walze 2 aber es sind noch die kleinen Turmfenster (wie bei Walze 1 und beim Taler 1714)
Herinek 485 ist verm. Walze 2 (verm. etwas spätere Herstellung)
ähnlich wie die Taschenwerkprägung aber ein geänderter Turm mit grosse Fenster
ganz zufällig wurde in einem Münzshop ein 1/2 Taler (Herinek 484) angeboten, da ich bei Karl VI. ohnehin wenig habe hab ich mir mal diese Version bestellt, dann kann ich ev. noch genauer schauen ob mein Verdacht zur Taschenwerkprägung zutrifft (Dickenabweichungen, Rand usw.) und ev. auch mit dem Halbtaler eines Vereinskolegen vergleichen
vieles wird man jetzt ev. nicht mehr klären können, allerdings die Möglichkeiten auf den Zugriff grosser Archive und die Bildervergleiche und der Einsatz von Computern mit sehr guten Bilddarstellungen aus Auktionen, das sind doch Hilfsmittel die Moser Tursky 1981 bei der Recherche vermutlich noch nicht so in dieser Form hatten
Lg Manfred
die Abbildung stammt von einer Publikation von Volker Benad Wagenhoff (2008)
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Walzenspuren.jpg [ 121.16 KiB | 194-mal betrachtet ]
die Schablone ist nach dem inneren Rändelring aus gerichtet
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Taschenwerkprägung Kreisschablone.jpg [ 121.82 KiB | 194-mal betrachtet ]
die Kopplung enthält auch starke Überprägungsspuren (verdrehtes Kreuz im Aversbild)
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Übergangskoppelung Walze 2 avers mit Walze 1 revers.jpg [ 100.91 KiB | 194-mal betrachtet ]