|
Hallo Zusammen,
zu den Kreuzern Ehg. Sigismunds und deren Unterscheidung gibt es verschiedene Ansätze. 1.) Der Feingehalt 2.) Die zeitliche Abfolge 3.) Die Beizeichen und Kontrollzeichen 4.) Meran bzw. Hall 5.) Die Stempelschneider 6.) Adlerdarstellung, Buchstabenform, Legendenkreuz
Die ersten Kreuzer Sigismunds, die ab 1450 bis 1460 geprägt wurden, hatten einen Feingehalt von 12 Lot (750/1000). An Beizeichen gibt es u.a. Vierblättrige Rosette, zwei untereinanderliegende Kreise, fünfstrahliger Stern, einzelner Kreis und Punkt-Rosette-Punkt. Siehe auch Rizzolli M590 bis M596. Die Stempel dieser Kreuzer stammen alle von Konrad (Chunz) Michlfelder.
Ab 1460 wurde der Feingehalt auf 8 Lot (500/1000) gesenkt. Um diese von den vorangegangenen, höherwertigen Kreuzern zu unterscheiden, wurden sogenannte Kontrollzeichen angebracht. Kontrollzeichen waren eine S-artige Rune und eine Raute. Diese wurden entweder in der Umschrift (einseitig oder beidseitig) und/oder im letzten Kreuzwinkel angebracht. An Beizeichen gibt es den Bindenschild, die Zahl .60 (für 1460) und Punkt-Rosette-Punkt. Diese Stempel stammen bis ca. 1472 von Konrad Michlfelder (dieser schied wegen Differenzen bezüglich seiner Bezahlung aus), danach bis 1477 von Wolfgang Peck. Siehe auch Rizzolli M597 bis M608.
Im Jahre 1477 ging die Prägetätigkeit in der Münze Meran zu Ende, und wurde nach Hall in Tirol verlegt. Gerätschaften, Materialien sowie auch ein Teil des Personals wurden bis Ende des Jahres nach Hall verbracht bzw. übersiedelt. In Hall wurde die Prägung ausgeweitet, und auch das Münzpersonal aufgestockt. Und ab da sind die Typen M605 bis M608 nicht 100%ig genau zuzuordnen. Laut Rizzolli gab es sowohl Stempelkopplungen, zudem verwendeten die Stempelschneider Peck und Michlfelder (dieser war in Hall ab 1477 wieder tätig), ihre alten Punzen natürlich weiter. Es gibt wohl Unterscheidungsmerkmale, die sich aus der Silberzusammensetzung ablesen lassen (höherer Nickelanteil des in Meran verprägten Silbers), da der normale Sammler aber wohl kaum auf Röntgenfluoreszenzanalysen und Elektronenrastermikroskope usw. zurückgreifen kann, würde ich als Sammler diese Stücke trotzdem als Meraner Prägungen einstufen.
Als die ersten eindeutig in Hall geprägten Kreuzer kann man die Typen mit den Beizeichen fünfblättrige Blume und fünfblättrige Rosette nennen. Diese weisen das Kontrollzeichen Raute auch nur mehr im letzten Kreuzwinkel (nicht mehr in der Umschrift) auf. Siehe Rizzolli H1 bis H7. Stempelschneider Peck und Michlfelder. Ab 1482 ändert sich das Münzbild. Das Kontrollzeichen verschwindet, die Beizeichen sind die fünfblättrige Rosette, und in weiterer Folge der sechsstrahlige Stern (wie bereits von „Pfundner“ gezeigt). Siehe Rizzolli H8 bis H11. Stempelschneider Wenzl Kröndl.
Zur Häufigkeit bzw. Seltenheit dieser „Etschkreuzer“ ist folgendes zu sagen: Die ersten Prägungen mit dem 12-lötigen Feingehalt sind allesamt sehr selten. Bei den 8-lötigen Kreuzern sind die Varianten mit dem Bindenschild sowie jene mit der Jahreszahl 60 ebenfalls relativ bis sehr selten. Alle weiteren Prägungen sind sehr häufig auf dem Markt zu finden.
Allerdings muss man vorzüglich erhaltene Stücke wirklich suchen, denn die meisten Prägungen sind ziemlich „abgelutscht“.
_________________ Beste Grüße, zwanzger
Quaere et invenies
|