Hallo zusammen,
kleine Anmerkung von meiner Seite.
CNA B 127 gehört mit großer Sicherheit nach Enns. Koch führt ihn im CNA noch unter "Mzst. ?" an, da er 1994 nur das Exemplar aus Zlabings kannte.
Mittlerweile sind doch mehr Exemplare des Typs (wenn auch wenige) bekannt geworden, die auf der Rückseite den ganz für Enns typischen Panther nach links zeigen. Dieser kam zB auch im Fund von Mistelbach mit 19 Exemplaren vor und wir hier schon nach Enns gelegt.
https://www.academia.edu/86374997/Ein_M ... m_1220_30_Ebenfalls legen ihn Aspetsberger, Hartner und Prokisch in ihrer umfangreichen Publikation zum Schatzfund von Kerschberg (Numismatische Zeitschrift 130/2025) ebenfalls in einer neue vorgeschlagenen Enns-Reihe nach Enns.
Zu CNA B 110
Auch auf den wird bei Kerschberg eingegangen, doch wird die Zuweisung offen gelassen. Sie schreiben:
"CNA B 110 war bisher Wien zugewiesen. Hahn und Luegmeyer schlagen dafür Enns als Prägestätte vor, so wie bereits Luschin 1913 und Buchenau 1921. Danach spräche
der rückseitige Löwe nicht zwingend gegen Enns, zumal das vorderseitige Mischwesen aus „Hirsch“, „Ente“ (bzw. Drache) und „Baumschwanz“ (gemeint ist damit der dreiteilige
Schwanz) wohl Elemente der für Enns typischen Motive vereine. Diesem rein ikonographisch begründeten Vorschlag wird an dieser Stelle nicht gefolgt; zumal die
Interpretation des Mischwesens als Ente schwerlich nachvollziehbar ist."
Hahns Zuweisung an Enns fußt auf der Annahme, dass es sich um ein Mischwesen aus Hirsch, Ente und Baumschwanz handelt - ein Drache. Und die Ennser Drachensymbolik wäre ja aus dem steirischen Panther angeregt worden - insofern gehöre dieses Motiv nach Enns. Dem wird auch Hippmann gefolgt sein, der in seiner umfangreichen Arbeit zur oberösterreichischen Münzgeschichte, bei den Zuweisungen sich oft auf Hahn berufen hat.
Ich würde hier dem vorsichtigen Vorschlag folgen nicht zuviel hineinzuinterpretieren und sich fürs erste vielleicht doch einer Zuweisung zu entahlten, so verlockend es natürlich sein mag.
Liebe Grüße
Asuryan