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 Betreff des Beitrags: Re: Romanische Baukunst
BeitragVerfasst: 28. Dez 2013, 15:09 
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Professor

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Hallo otakar,
deinen Ch3 würde ich auch bei Ch3 belassen, da die charakteristischen Merkmale der Grenzlandbeischläge fehlen.
Bei dem Typ Ch11 ist die Gewichtsbandbreite sehr groß, ohne dass man kleinere Schrötlinge feststellen könnte. Deswegen würde ich, wenn bei deinem Stück der Schrötling nicht deutlich kleiner sein sollte, auch von einem vollen Pfennig ausgehen. Gesicherte Hälblinge sind im Friesacher Raum nicht gerade häufig. Bisher habe ich da auch nur einen einzigen in meiner Sammlung und der gehört zum mit Abstand häufigsten Hälblingstyp aus Friesach.

Viele Grüße
Andechser


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 Betreff des Beitrags: Re: Romanische Baukunst
BeitragVerfasst: 28. Dez 2013, 23:07 
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Wirklicher Hofrat
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Beiträge: 1292
Lieber Andechser,
also ganz sicher bin ich mir nicht. Die beiden Pfennige unterscheiden sich auch im rv-Bild deutlich. Natürlich könnte der kleinere auch beschnitten sein, was ich aber nicht ganz glaube, da die Vierschlagform noch einigermaßen intakt ist. Als Alternativen kämen die Heiligenkreuzer Cq112 und Cq113 in Frage, der ungarische Friesacher Cv15 scheidet aus, da der Bischof dort ein Schwert in der Rechten hält. Andere Partner sind mir nicht bekannt - natürlich kann ich auch etwas übersehen haben.
Ich habe die Pfennige schnell nebeneinander gelegt und - nicht sehr professionell - fotografiert. Schau dir das Gewand auf rv an. Das unterscheidet sich ganz gehörig. Oder sind das Stempelvarianten?
Also, zerbrich dir Dein Köpfchen!
Mit unserer Fachsimpelei kommen wir aber ganz schön vom Thema ab. Ich bitte daher alle geheimen Mitleser um Entschuldigung.
Einen schönen Sonntag!
OTAKAR


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Ch11av.jpg
Ch11av.jpg [ 85.76 KiB | 7423-mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Romanische Baukunst
BeitragVerfasst: 29. Dez 2013, 00:31 
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Wirklicher Hofrat

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Beiträge: 1487
Wohnort: Dresden
Abschweifen ist gar nicht schlimm, solange noch Münzen im Spiel sind und keine Überraschungseier. Schön, was hier alles so an romanischer Baukunst zusammenkommt.
Ich setze mal fort:
Hildesheim - Konrad II.-Johann I.
Köln - Philipp v. Heinsberg (der Lockenkopftyp, den anderen hat AvP schon gezeigt
Köln - Adolf von Altena


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1221-1260 KonradII.od.HeinrichI.od.Johann I. Brakteat,B 265.JPG
1221-1260 KonradII.od.HeinrichI.od.Johann I. Brakteat,B 265.JPG [ 81.76 KiB | 7422-mal betrachtet ]
1167-1191 Philipp v.Heinsberg, Pfennig, Häv 507 (1).JPG
1167-1191 Philipp v.Heinsberg, Pfennig, Häv 507 (1).JPG [ 81.94 KiB | 7422-mal betrachtet ]
1167-1191 Philipp v.Heinsberg, Pfennig, Häv 507 (2).JPG
1167-1191 Philipp v.Heinsberg, Pfennig, Häv 507 (2).JPG [ 79.11 KiB | 7422-mal betrachtet ]
1193-1205 Adolf v.Altena, Pfennig, Häv 588 (1).JPG
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1193-1205 Adolf v.Altena, Pfennig, Häv 588 (2).JPG [ 77.29 KiB | 7422-mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Romanische Baukunst
BeitragVerfasst: 29. Dez 2013, 09:50 
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Darf mich auch herzlichst für diesen Einblick in die mittelalterliche Prägekunst bedanken. :appaus:


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 Betreff des Beitrags: Re: Romanische Baukunst
BeitragVerfasst: 29. Dez 2013, 10:52 
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Professor

Registriert: 25. Sep 2012, 20:35
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Hallo Otakar,
dein leichterer Ch11 ist durchaus noch in der normalen stilistischen Bandbreite dieses Typs und da sowohl der Stempel als auch der Schrötling deutlich kleiner ist, gehe ich davon aus, dass du einen der recht seltenen Hälblinge dieses Typs dein Eigen nennen kannst. Und damit ich nicht in den Verdacht komme nur vom Thema abzuweichen, möchte ich auch meine "Gebäudedarstellungen" zeigen. Wobei die ersten beiden Typen schon mal gezeigt wurden. Deswegen beschränke ich mich auf die Gebäudedarstellung und verzichte auf die jeweils andere Seite.

Dateianhang:
Dateikommentar: CNA Ch3 wohl unter Berthold IV. Herzog von Meranien
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Dateianhang:
Dateikommentar: CNA Cj51 unter Otto VII. Herzog von Meranien
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Dateianhang:
Dateikommentar: CNA Cj55 wohl unter Friedrich II. dem Streitbaren von Österreich als Gatte der Agnes von Meranien
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Viele Grüße
Andechser


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 Betreff des Beitrags: Re: Romanische Baukunst
BeitragVerfasst: 29. Dez 2013, 12:41 
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Figuriert der Andechser Adler da anstelle der Gattin? Grüße, KarlAntonMartini


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 Betreff des Beitrags: Re: Romanische Baukunst
BeitragVerfasst: 29. Dez 2013, 12:55 
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Wirklicher Hofrat
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Lieber Andechser,
ich danke dir für Deine Einschätzung bez. des Hälblings. Ich bin auch auf keine andere Lösung gekommen.
Zu Deinem Gutenwerter Cj55 habe ich den "Bruder", nämlich den Cj26, den ich hier vorstelle. Von diesem Motiv gibt es ja zahlreiche geistliche und weltlich Varianten und Beischläge, interessanterweise auch von anderen Münzstätten (z.B. Rann). Kannst Du die interessante Rückseite des Cj55 mit den beiden Fischen auch noch zeigen?
Ich zeige auch hier noch den Cj8 mit dem verbreiteten Motiv eines Turms über dem Kopf. Hoffentlich ist das Trumm keinem der Engel auf den Kopf gefallen... Auch von diesem Motiv gibt es viele Varianten. Urform dürfte wohl der Friesacher Ca16 sein, den ich hier vorstelle.
LG.
OTAKAR


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CNA Ca16 rv.Friesach Eberhard II. Engelsbrustb.über Turm .jpg
CNA Ca16 rv.Friesach Eberhard II. Engelsbrustb.über Turm .jpg [ 17.42 KiB | 7406-mal betrachtet ]
CNA Cj26 Gutenwert Heinrich v.Andechs M..jpg
CNA Cj26 Gutenwert Heinrich v.Andechs M..jpg [ 61.52 KiB | 7406-mal betrachtet ]
CNA Cj8 Gutenwert Berthold od Heinrich v.A.-M rv.jpg
CNA Cj8 Gutenwert Berthold od Heinrich v.A.-M rv.jpg [ 39.11 KiB | 7406-mal betrachtet ]

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Zuletzt geändert von otakar am 29. Dez 2013, 13:04, insgesamt 1-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: Romanische Baukunst
BeitragVerfasst: 29. Dez 2013, 13:00 
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Wirklicher Hofrat
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Registriert: 5. Jun 2010, 18:32
Beiträge: 1292
KarlAntonMartini hat geschrieben:
Figuriert der Andechser Adler da anstelle der Gattin? Grüße, KarlAntonMartini

Dann müsste es eine Krähe sein.....

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 Betreff des Beitrags: Re: Romanische Baukunst
BeitragVerfasst: 29. Dez 2013, 13:54 
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Professor

Registriert: 25. Sep 2012, 20:35
Beiträge: 303
otakar hat geschrieben:
KarlAntonMartini hat geschrieben:
Figuriert der Andechser Adler da anstelle der Gattin? Grüße, KarlAntonMartini

Dann müsste es eine Krähe sein.....

Da hast du aber ein sehr negatives Bild der guten Agnes ;)

Natürlich reiche ich das Bild mit den Fischen auch gerne noch nach:
Dateianhang:
Dateikommentar: CNA Cj55 wohl unter Friedrich II. dem Streitbaren von Österreich als Gatte der Agnes von Meranien
AVklein.jpg
AVklein.jpg [ 124.05 KiB | 7405-mal betrachtet ]


Ich möchte dann auch noch auf eine andere Mauerdarstellung verweisen, von der ich leider noch keine eigenen Bilder einstellen kann:
http://www.mcsearch.info/record.html?id=302161
Was für ein Gebilde hier jedoch das Kreuz trägt, weiß ich nicht. Von Stab über Turm bis zur Palme habe ich schon viele Deutungen gelesen.

Viele Grüße
Andechser


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 Betreff des Beitrags: Re: Romanische Baukunst
BeitragVerfasst: 29. Dez 2013, 14:18 
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Doktor
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Registriert: 19. Dez 2013, 22:04
Beiträge: 168
Liebe MA-Freunde,

hier noch zwei Habsburger (Münzst. Aachen) und "a bisserl" Geschichte, die ohnehin bekannt sein dürfte:

Rudolf I., der erste Habsburger am Königsthron des Röm. Dt. Reichs - trotz seiner geographischen Herkunft (Kaiserstuhl) blieb ihm der Titel eines Kaisers verwehrt ;) -, hatte seine Wahl seiner Unbedeutsamkeit zu verdanken, da die Kurfürsten den (zu) mächtigen und in der Politik erfahrenen Ottokar II. Premysl, der nach dem Herrscherthron strebte, um jeden Preis verhindern wollten.

Bekanntlich kam es zwischen jenem und Rudolf I. zur "Schlacht auf dem Marchfeld", nachdem sich Ottokar geweigert hatte, seine österreichischen Ländereien abzugeben, um sie in Lehen umwandeln zu lassen. Die über Ottokar verhängte Reichsacht dürfte diesem wohl auch nur ein müdes Lächeln abgerungen haben...
Aufgrund einer für die damalige Zeit als unehrenhaft empfundenen militärischen Finte (verborgene Kämpfer), war es dem betagten Rudolf I. gelungen, das wesentlich stärkere Heer seines unbeugsamen Gegners zu besiegen und diesen in der Schlacht zu töten.

Mit Rudolf IV. taten sich die Habsburger ein weiteres Mal in unrühmlicher Weise mit dem "Privilegium Maius" hervor, einer heutzutage lächerlich anmutenden Fälschung - sogar J. Caesar und Nero kamen zu Wort! -, um die Goldene Bulle im Sinne der Habsburger zu erweitern. Zur damalige Zeit schienen aber solch bombastische Fälschungen üblich gewesen zu sein. Obwohl das Priv. Maius von Kaiser Karl IV. nicht anerkannt wurde, erfolgte die Anerkennung durch den späteren Kaiser Friedrich III., der aus dem Hause Habsburg stammte.

Ob nun rühmlich oder unrühmlich; das Priv. Maius hatte dazu geführt, dass die Habsburger den Titel "Erzherzog" tragen durften.

Rudolf I. war offensichtlich wesentlich intelligenter als der Babenberger Friedrich II.,der Streitbare, der sich zwar ohne Tricks und Finten mit allen Größen seiner Zeit - selbst mit seinem Namensvetter, dem Staufer! - angelegt hatte, aber dabei ebenso ehrenhaft erschlagen worden war. :mrgreen:

Nach dem Tod von Rudolf I., der als "Beender des Interregnums" und als Heerführer einer der größten mittelalterlichen Schlachten in die Geschichte einging, wählten die Kurfürsten Adolf von Nassau zum neuen König - inzwischen war das Haus Habsburg zu mächtig geworden! - , der dann aber wegen nicht eingelöster Versprechen wieder abgesetzt wurde, um Rudolfs Sohn Albrecht, der bereits von seinem Vater (mit Zustimmung der Kurfürsten) mit den österreichischen Ländereien belehnt worden war, zum König zu machen. Der neue Gegenkönig Albrecht I. von Österreich kämpfte erfolgreich gegen seinen Kontrahenten Albert von Nassau in der Schlacht bei Göllheim, bei der Albert sein Leben verlor. Auch in diesem Fall wurde ganze Arbeit geleistet. ;)


LG & Danke für die vielen schönen Beiträge!
AvP


Dateianhänge:
Dateikommentar: Rudolf I. von Habsburg (1273-1291)
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RvHb.jpg [ 11.36 KiB | 7397-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Albrecht I. von Österreich (1298-1308)
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AvAa.jpg [ 8.71 KiB | 7397-mal betrachtet ]
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AvAb.jpg [ 8.2 KiB | 7397-mal betrachtet ]

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