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BeitragVerfasst: 25. Jun 2009, 22:51 
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Archäologen der Kölner Universität finden unbekannte römische Siedlung im Tal der Urft.

Nettersheim - Mit einem solchen Ergebnis hatte wohl kaum jemand gerechnet: Was die Experten in Sachen Archäologie am Mittwoch auf dem Areal „Steinrütsch“ unterhalb der „Görresburg“ vorgestellt haben, wirft zwar nicht das komplette Bild der Nettersheimer Historie über den Haufen. Doch es zeigt, dass man es bei den bislang zutage geförderten Fundstätten aus römischer Zeit nicht mit Einzeldenkmälern, sondern Teilen eines großen Ensembles zu tun hat. Verborgen unter den Wiesen, Wegen und Äckern liegt eine ganze spätantike Stadt verborgen.

So zumindest mutmaßte Projektleiter Dr. Salvatore Ortisi am Mittwoch, der die neuen Untersuchungsergebnisse gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Fischer vorstellte. Beide sind für das archäologische Institut der Universität Köln tätig und erläuterten eine besondere Methode der geophysikalischen Prospektion, mit der in Nettersheim geforscht wurde. Mit einem hoch empfindlichen Gerät aus dem Bereich der Geomagnetik durchforsteten Ortisi und eine Gruppe von Studenten fünf Tage lang im Mai über zehn Hektar des Geländes zwischen „Görresburg“ und „Steinrütsch“. Die angewandte Methode entstammt der Militärtechnologie und diente ursprünglich zum Aufspüren von getarnten Panzern und abgetauchten U-Booten.

Bald schon zeichneten sich auf den Resonanzbildern verschieden lange Linien und rechteckige Strukturen ab, die den Fachleuten ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Denn laut einer schematischen Rekonstruktion der Strukturen am Eisenberg nahe der Bahnlinie befindet sich dort unter der Erde ein so genannter „vicus“, also eine Siedlung aus römischer Zeit, die in ihrer Ausdehnung von einer Straßensiedlung bis hin zur Größe einer Stadt reichen kann. Darüber, so erklärten die Fachleute am Mittwoch, zeichne sich eine größere Grabanlage ab. Auf der „Steinrütsch“ nahe der Urft zeichnete sich geomagnetisch sogar etwas ab, das die Experten als „burgus“, also als spätantikes Kleinkastell deuten.

Einige Anzeichen sprechen auch dafür, dass in Nettersheim seinerzeit Eisenerz verhüttet wurde. Bislang, so ließen die Archäologen verlauten, habe man allenfalls das Zentrum dieser Siedlung entdeckt. Weitere Sondierungen sollen folgen. Demnach kann bislang noch nicht gesagt werden, wann dieser „vicus“ und die Festung gegründet und wann sie zerstört wurden. Wie Prof. Jürgen Kunow, Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege, gestern anklingen ließ, hat man es aber mit dem römischen Zentrum der ganzen Region in jener Zeit zu tun. Kunow: „Als man Mitte der 1970er Jahre die Fundstätten in Xanten freilegte, konnte man die heutigen Ausmaße dort auch noch nicht erahnen.“

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

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